Benni Bilgeri

Musician, Composer, Producer

BAD BOY – ROCKTIMES.DE REVIEW

Hier ist der aktuelle Beitrag von Rocktimes.de



Benni Bilgeri / Bad Boy
Bad Boy Spielzeit: 49:30
Medium: CD
Label: Wahn Records, 2015
Stil: Rock, Funk, Blues



Review vom 25.02.2016


Joachim ‚Joe‘ Brookes

Coverbild: Schnuller mit Piercing, ein feines Logo zwischen Vor und Nachname des Künstlers Benni Bilgeri, dazu auch noch ein Albumtitel, der ins Schwarze trifft … „Bad Boy“. Der Österreicher hat so etwas wie eine Who’s who-Visitenkarte. Darauf befinden sich unter anderem Namen wie
Billy CobhamThe Pointer SistersGo WestTom WaitsTris Imboden (Chicago), Kathrina And The WavesMartin EngelienAl JarreauBarbara Thompson (Colosseum,
United Jazz + Rock Ensemble), Chris Thompson oder Zucchero.
Mit einem Blick auf das reichhaltige Musiker-Angebot im Line-up kann man wahrlich nicht meckern. Unter anderem sind David ReadmanMartin EngelienMel Gaynor (Simple Minds) oder auch Gee K. mit von der Partie.

 

Insgesamt sieben Leute übernehmen den Part der Lead Vocals. Drei Tastenmänner sind am Start, vier Schlagzeuger teilen sich den Job an den Drums, zwei Personen zupfen die dicken Saiten. Darum scharen sich noch Backing-Sänger, ein Didgeridoo-Spieler und ein Saxofonist. Viel Personal für zwölf Songs auf „Bad Boy“. Aber keine Sorge … viel Köche verderben hier nicht den Brei. Im Gegenteil, das Song-Dutzend macht richtig Laune, geht ab wie eine Rakete und ist hochwertige Kost für jede Tages- und Jahreszeit. Benni Bilgeri schöpft aus dem Vollen. Außer Led Zeppelins „Whole Lotta Love“ stammt alles aus der Feder des Protagonisten. Die Mehrzahl der Texte stammt von Ina Wolf. Weiter haben Raimund Tschako Jäger beziehungsweise Teddy Maier geschrieben. Oberdrauf sind Digipak sowie das dicke, sehr schön gestaltete Booklet was für die Augen.

 

Richtig passend ist auch der Albumtitel „Bad Boy“. Benni Bilgeris Rock (ganz allgemein gehalten) ist frech, der Blues ist laut und bei den leiseren Tönen darf die eh schon dicke Gänsehaut noch ein wenig wachsen. Benni Bilgeri mag den Funk und die heftigere Gangart des Rock. Benni Bilgerikreiert ein Wechselbad der Gefühle, lädt die Person vor den Lautsprechern zu einer musikalischen Herausforderung ein. Benni Bilgeris Seele ist im Gleichgewicht, denn sonst könnte man nicht so tolle Lieder schreiben und erfolgreich umsetzen. Auch bei „Whole Lotta Love“ gehen dem Österreicher nicht die Ideen aus. Wohl noch nie war die hier instrumental präsentierte Nummer bis zur Halskrause, nein bis Oberkante Unterlippe mit Funk gefüllt. Nach nur wenigen Sekunden übernehmen explosionsartig Bläser-Sounds die Szenerie. Die E-Gitarre ist ausgelassen, glüht heiß wie frisch aus dem Schmiedefeuer. Das Solo ist Benni Bilgeri pur. Für diese Version gibt es ein sehr gut.

 

Rock in unterschiedlicher Auslage sorgte für Befriedigung beim Hörer. Sphärische Balladen mit weiblichen Lead Vocals, bester Soul, gesungen von Janet Dawkins, und der großformatige Rock mit einem David Readman am Mikrofon sind nur einige Haltestationen des Albums. „Whole Lotta Love“ ist nicht das einzige Instrumental auf der vorliegenden Platte. Für beste Laune sorgt „The Warmer Side Of Cool“ mit Andreas Friendli am Didgeridoo. Ja, richtig gelesen. Benni Bilgeriverschmilzt seine energetischen Gitarren-Ausflüge auch mit Klängen der besonderen Art, zumal hier noch Streicher-Sounds zu hören sind.

 

„Bad Day“ eröffnet das Album mit einem deutlichen Blick auf den Blues Rock und „World Of Lies“ ist eine wunderschöne Ballade, die ihr Fundament im Rock hat. Die Backing Vocals sind zum Verlieben schön und der Hammond-Sound ist hier das Zünglein an der Waage zum Wohlgefallen. Mit Dobro, Bottleneck und einem Benni Bilgeri solo kommt „Dobrosita“ direkt aus dem berühmten amerikanischen Delta. Herrlich, wenn Petra Bonmassar singt. Achtung! „Runawaytrain“ bringt auch wegen des Saxofons von Harry Sokal Eis zum Schmelzen und das unmittelbar folgende „Doomsday“ ist der heftig ausgefallene Hard Rock-Kontrast zur vorherigen Ballade.

 

Das verträumt-nachdenkliche „I Can’t Wait“ könnte man, ohne näher auf den Text zu achten, nur vom Songtitel aus gesehen, als Message für die Hörer hernehmen, denn mit seinen Streicheleinheiten sowie Ecken und Kanten braucht „Bad Boy“ einen Nachfolger. Die zwölf Lieder sind verführerisch inszenierte Musik.

 

Line-up:
Benni Bilgeri (guitars, Dobro, keyboards, bass, accordeon, drums, brass, strings, programming, backing vocals)
Gee K. (lead vocals, backing vocals)
Petra Bonmassar (lead vocals, backing vocals)
Janet Dawkins (lead vocals, backing vocals)
Sutti (lead vocals, backing vocals)
David Readman (lead vocals)
Harry Bischofberger (lead vocals)
Pete Simpson (lead vocals, backing vocals)
Andy Loser (Hammond organ)
Peter Wolf (Hammond organ)
Marc Neff (keyboards, backing vocals)
Harry Sokal (saxophone)
Peter Ericksen (mouth harp)
Andreas Friedli (digeridoo)
Martin Engelien (bass)
Peter Herbert (upright bass)
Massimo Buonanno (drums)
Andy Leumann (drums, percussion)
Mel Gaynor (drums)
Orlando Ribar (drums)
Teddy Maier (backing vocals)
Miriam Russo (backing vocals)
Ina Wolf (backing vocals)
Raimund Tschako Jäger (scream)
Tracklist
01:Bad Day (3:43)
02:Sweet Lil Desert Rose (3:36)
03:World Of Lies (3:42)
04:Whole Lotta Love (4:16)
05:Died And Gone (4:06)
06:Dobrosita (1:08)
07:Runawaytrain (5:03)
08:Doomsday (5:01)
09:The Warmer Side Of Cool (6:40)
10:Straight To The Top (4:10)
11:Ain’t Got You (3:35)
12:I Can’t Wait (4:10)

 

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